Luka sammelt Sturmholz am Rand des Sees und arbeitet erst, wenn die Rinde trocken fällt. Sein Vater schnitzte Heiligenfiguren, er schnitzt Löffel, die morgens Grütze halten. Er verkauft wenig, repariert gern. Du spürst seine Ruhe im Holz, wenn die Kelle die erste Suppe des Winters schöpft.
Maja ruht neben den Bienenkästen, bevor sie arbeitet. Sie sagt, die Königin mochte hastige Schritte nie. In ihrem Haus riecht es nach Wachs, Holz und Apfelschalen. Sie schenkt mir Rahmenhonig, ich schenke Zeit zum Zuhören. Wir lernen, dass gegenseitige Langsamkeit Vertrauen macht, so einfach, so schwer.
Tag eins: von Kranjska Gora über den Vršič nach Trenta, kalte Füße in der Soča. Tag zwei: Bovec, Hängebrücken, Schmiede besuchen. Tag drei: Kobarid, Museum, Käseverkostung. Nimm dir Pausen, nimm weniger Fotos, sprich mit Menschen. Schreib uns, was dich überrascht hat, und was du wiederholen würdest.
Beginne in Radovljica bei den Schnitzern, fahre weiter nach Bohinj für Wolle und Geschichten, dann über Tolmin zur Käseprobe. Wartezeiten sind Geschenke: setz dich auf eine Mauer, trink Leitungswasser, lies ein Gedicht. Berichte uns anschließend, welche Hand dir etwas beigebracht hat, das bleibt.
Wenn Schnee die Täler schließt, werden Stimmen leiser. Nimm Langlaufski in Rateče, trinke Suppe in einer warmen Stube, zünde eine Kerze an. Kauf nichts, außer Zeit. Schreibe uns danach, welches Geräusch verschwunden ist, und welches plötzlich klar geblieben ist, obwohl draußen der Wind arbeitet.
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